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Griffbrett & Notation

Wie lernst du das Griffbrett systematisch?

Jean-Marc Perc · · Laufzeit 4:14

Das Video ist auf Englisch. Deutsche Untertitel lassen sich im Player zuschalten.

Das Fretboard-Modul von SMART FRET mit einem Akkord über den ganzen Gitarrenhals – daneben Jean-Marc Perc.
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Das Griffbrett lernt man nicht, indem man Griffbilder sammelt, sondern indem man eine Ordnung findet, in die sich alles einsortiert. Genau das leistet das CAGED-System: Es zerlegt den Hals in fünf Lagen, die von den offenen Akkordformen C, A, G, E und D abgeleitet sind – und in denselben Lagen liegen später auch Arpeggios, Pentatoniken und Modi. Das Fretboard-Modul von SMART FRET zeigt jede dieser Ebenen an derselben Stelle, mit Noten und Tabulatur, die live mitlaufen.

Gitarre, Bass oder Klavier – und warum du nichts doppelt eingibst

Zuerst wählst du dein Instrument. Wichtiger ist aber, was du nicht tun musst: Was im Key-Theory-Modul oder im Chord-Progression-Modul ausgewählt ist, erscheint hier automatisch. Es gibt keine zweite Eingabe, keine Übertragung von Hand.

Das klingt nach einer Bequemlichkeit, ist aber der Grund, warum Theorie und Griffbrett überhaupt zusammenkommen: Wer eine Tonart erst versteht und sie dann in einem zweiten Werkzeug neu aufbauen muss, verliert genau dazwischen den Zusammenhang.

Warum „alle Töne anzeigen” zum Üben nicht taugt

Nimm einen F-Dur-Akkord. In der Ansicht All View siehst du jeden Ton dieses Akkords über den gesamten Hals. Das ist beeindruckend und praktisch wertlos – es sind zu viele Informationen, um damit zu üben.

Der eigentliche Nutzen entsteht durch das Begrenzen. Nicht „wo liegt dieser Ton überall”, sondern „wo liegt er in dieser Lage” ist die Frage, aus der Spielpraxis wird.

Was ist das CAGED-System?

CAGED kommt von den fünf offenen Akkordformen C, A, G, E und D. Jede Dur-Form lässt sich den Hals hinauf verschieben, und zusammen decken die fünf den ganzen Hals lückenlos ab – jeder Akkord ist also in fünf Lagen greifbar, immer nach demselben Muster.

Im Modul gehst du diese Lagen einzeln durch, eine CAGED-Form nach der anderen. Statt eines Bilds mit allen Tönen bekommst du fünf überschaubare Ausschnitte, die zusammen dasselbe zeigen. Dazu kannst du einzelne Töne stummschalten, auf dem Griffbrett zeichnen und den Akkord abspielen, um ihn zu hören statt nur zu sehen.

Shell Voicings, Triads und Spread Voicings

Derselbe Akkord, andere Textur – drei Wege, dieselbe Harmonie zu greifen.

Shell Voicings

Reduziert auf die Töne, die die Harmonie tragen. Klein, beweglich und in Jazz und Begleitung die Standardlösung, weil sie anderen Instrumenten Platz lassen.

Triads

Dreiklänge in enger Lage, meist auf drei benachbarten Saiten. Der schnellste Weg zu klaren Akkordfarben, ohne einen vollen Griff zu greifen.

Spread Voicings

Dieselben Töne, weit auseinandergezogen. Klingt offener und ist der Grund, warum ein Akkord in einer Aufnahme oft „größer” wirkt als der, den man selbst greift.

Wie hängen Akkord und Arpeggio zusammen?

Das ist der Moment, in dem es klickt. Wechselst du vom Akkord zum Arpeggio, siehst du sofort: dieselbe Form, dieselbe Logik. Ein Arpeggio ist kein neues Griffbild, das man zusätzlich lernt – es ist der Akkord, den du bereits greifst, Ton für Ton gespielt.

Deshalb lohnt sich hier das Hin- und Herschalten mehr als jede Erklärung: Man sieht die Beziehung, statt sie zu glauben. Zeichnen und Stummschalten funktionieren auch auf dem Arpeggio, du kannst dir also gezielt Ausschnitte herausnehmen.

Pentatonik und Modi – dieselben Lagen, anderer Klang

Für Pentatoniken und Modi gilt dasselbe: umschalten, dieselben Lagen, dieselbe Systematik, nur anderes Klangmaterial. Wer die fünf Lagen einmal verstanden hat, muss für jede weitere Tonleiter nicht wieder bei null anfangen – das ist der eigentliche Ertrag eines Systems gegenüber gesammelten Griffbildern.

Welche Tonleitern das im Einzelnen sind, wie sie auseinander hervorgehen und in welcher Reihenfolge du sie am besten angehst, steht ausführlich im Ratgeber zu Tonleitern auf der Gitarre.

Übe-Einstellungen: Richtung, Notenwerte, Metronom

Zum Üben lässt sich einstellen, in welche Richtung gespielt wird – aufwärts, abwärts oder auf und ab – und in welchen Notenwerten, etwa Achteln oder Triolen.

Entscheidend ist die Kopplung: Diese Einstellungen hängen am Metronom. Damit wird aus dem Ansehen einer Form eine Übung im Takt. Eine Lage im freien Tempo herunterzuspielen fühlt sich nach Fortschritt an; sie in Triolen zu 80 bpm zu spielen zeigt, ob sie wirklich sitzt.

Noten und Tabulatur, live mitlaufend

Alles, was auf dem Griffbrett passiert, gibt es zugleich als Standardnotation und als Tabulatur – und beides aktualisiert sich, während du dich durch die Lagen bewegst. Für alle, die Noten lesen lernen wollen, ist das der beiläufigste Weg dorthin: Man sieht immer beides nebeneinander, ohne dafür eine eigene Übung anzusetzen.

Wenn du eine Form nicht nur so üben willst, wie sie ist, sondern eigene Läufe daraus bauen möchtest, geht das im Sequenz-Modus – der hängt am Chord-Progression-Modul, das als Nächstes dran ist.

Kurz zusammengefasst

  • Alle Töne gleichzeitig anzuzeigen ist zum Üben unbrauchbar – der Nutzen entsteht durch das Begrenzen.
  • Das CAGED-System stammt von den fünf offenen Akkordformen C, A, G, E und D und ordnet den ganzen Hals.
  • Arpeggio und Akkord sind dieselbe Form – wer den Akkord kennt, kennt das Arpeggio bereits.
  • Pentatonik und Modi laufen über dieselben Lagen; es ändert sich der Klang, nicht die Systematik.
  • Wiedergaberichtung und Notenwerte hängen am Metronom, damit im Takt geübt wird und nicht daneben.

Mehr zu diesem Modul: Ein Griffbrett für jedes Instrument →

Weiter zum nächsten Tutorial Wie baust du eine Akkordfolge und übst sie direkt auf dem Griffbrett? →
Vollständiges Transkript des Videos

Kommen wir zum Fretboard-Modul.

Zuerst wählst du dein Instrument – Gitarre, Bass oder Klavier. Ich bleibe hier bei der Gitarre. Was immer ich im Key-Theory-Modul und im Chord-Progression-Modul auswähle, das ich dir in einem anderen Video zeige, erscheint hier automatisch auf dem Griffbrett. Nichts muss noch einmal eingegeben werden.

Nehmen wir als Beispiel einen F-Dur-Akkord. Im Moment bin ich in der Ansicht „All View", du siehst also buchstäblich jeden Ton des F-Dur-Akkords über den ganzen Hals. Aber das sind zu viele Informationen, um damit tatsächlich zu üben.

Also grenzen wir das ein. Ich wechsle zu CAGED. Zur Erinnerung, falls du das System nicht kennst: Es kommt von den fünf offenen Akkordformen – C, A, G, E und D. Und jetzt sieh her: Ich kann jede einzelne Lage dieses Akkords über den ganzen Hals durchgehen, eine CAGED-Form nach der anderen.

Und das ist noch nicht alles. Ich kann einzelne Töne stummschalten, ich kann auf dem Griffbrett zeichnen, und ich kann einfach auf Play drücken und den Akkord tatsächlich hören.

Ich möchte dir außerdem kurz Shell Voicings, Triads und Spread Voicings zeigen – immer derselbe Akkord, aber unterschiedliche Texturen.

Als Nächstes die Arpeggios. Hier fällt der Groschen: Ich wechsle um, und du siehst sofort, wie Arpeggio und Akkord direkt zusammenhängen – dieselbe Form, dieselbe Logik. Ich wechsle ein paar Mal hin und her, damit du diese Beziehung wirklich siehst. Und ja, auch hier gilt: Du kannst auf dem Arpeggio zeichnen und Töne stummschalten.

Dasselbe funktioniert für Pentatoniken und Modi – umschalten, dieselben Lagen, dieselbe Logik, nur ein anderer Klang zum Arbeiten.

Jetzt zu den Übe-Einstellungen. Du hast die Wiedergaberichtung – aufwärts, abwärts, auf und ab – und du kannst die Notenwerte ändern: Achtel, Triolen, was immer du brauchst. Diese Einstellungen hängen immer mit deinem Metronom zusammen, sodass du diese Formen wirklich im Takt üben kannst.

Und zu guter Letzt: Noten und Tabulatur. Alles, was du gerade auf dem Griffbrett gesehen hast, gibt es auch als Standardnotation und als Tab – live aktualisiert, während du dich durch die Lagen bewegst.

Manchmal will ich eine Form aber nicht nur so üben, wie sie ist – ich will meine eigene Sequenz daraus bauen. Das geht auch, mit dem SEQ-Modus. Dazu komme ich etwas später, wenn wir das Chord-Progression-Modul behandelt haben, weil die beiden zusammenhängen.

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